AGHET – der türkische Völkermord an den Armeniern

Vor genau 103 Jahren, am 14.11.1914, begann der jungtürkische Völkermord an den Armeniern, dem über 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen. Genau wie die Ostdeutschen im Zweiten Weltkrieg, litten sie unter Vertreibung, Flucht und Morden der Türken. Bis heute berichten Überlebende dieses türkischen Massenmordes unter den Folgen dieses Schreckens. Und bis heute wurden die Überlebenden dieses Massakers weder angehört noch irgendwie entschädigt.

Leugnen bis zum Schluss - türkische Verdrängungspolitik bis heute

Die heutige Türkei leugnet, dass es diesen Massenmord überhaupt gab. Sie betrachtet jede Behauptung, die Türkei hätte am Massenmord mitgewirkt, als antitürkisches Wirken und verfolgt Jeden, der es wagt, dies öffentlich zu behaupten. Bis heute.

Was hatte sich nun tatsächlich ab dem 14.11.1914 ereignet?

An diesem für die Armenier verhängnisvollen Tag trat die Türkei an der Seite Deutschlands in den Ersten Weltkrieg ein. Die Jungtürken nutzten die Gunst der Stunde und kündigten auch alle sie belastenden internationalen Pakte auf. Gleichzeitig sollten alle verlorenen türkischen Gebiete zurückerobert werden, eine Großtürkei wieder erschaffen werden. Somit wurde auch Armenien von den Türken angegriffen.

Armenier kämpften daher auf russischer Seite gegen die Türkei, um ihre Heimat zu verteidigen. Festzustellen bleibt, dass die Mehrzahl der Armenier sich aus den Kämpfen heraushielten und loyal zur Türkei standen. Dennoch machte die Türkei alle Armenier als Verräter und russische Spione verantwortlich.

Das Komitee für “Einheit und Fortschritt”

Dieses Komitee fasste Mitte 02/1915 den Entschluss, alle Armenier als Ganzes zu vernichten. Anfangs wurden alle armenische Soldaten entwaffnet und erschossen. Diese Erschießungswelle wurde ausgeweitet auf alle Angehörige der erschossenen Soldaten.

Bereits vor dem 27.04.1915 erfolgten bereits illegale Vertreibungsorgien von Armenien aus Adana und Umgebung, ab dem 27.04.1915 wurden alle Armenier in das Landesinnere zwangsvertrieben.

Die gesamte Elite wurde festgenommen und erschossen. Es fanden ab diesem Tag Massenvertreibungen der Armenier in die syrische Wüste statt. Das türkische Militär wurde nun beauftragt, jeden zu erschießen, der sich weigert zu deportieren oder es wagt, gegen die Vertreibungsaktion Widerstand in Wort und Tat zu leisten.

An Erzurum kabelte Hilmi Bey, der Inspektor des „Komitees für Einheit und Fortschritt“ an Bahaettin Şakır:

„Es gibt Individuen innerhalb des Landes, die beseitigt werden müssen. Wir verfolgen diese Perspektive.“

Ebenfalls im Juni berichtete der Generalkonsul in Konstantinopel Johann Heinrich Mordtmann:

„Das läßt sich nicht mehr durch militärische Rücksichten rechtfertigen; es handelt sich vielmehr, wie mir Talaat Bej vor einigen Wochen sagte, darum die Armenier zu vernichten.

Zitat:

“Bis in den Juli des Jahres 1915 hinein wurden die meisten Armenier zunächst in ihren Hauptsiedlungsgebieten an einigen Orten konzentriert, überwiegend in den Hauptstädten der betroffenen Vilayets.[43] Sie wurden entweder gleich dort von türkischen Polizisten und Soldaten oder kurdischen Hilfstruppen ermordet[66] oder auf Befehl Talâts ab dem 27. Mai 1915 auf Todesmärsche über unwegsames Gebirge Richtung Aleppo geschickt.[67] Dabei ging es nicht um eine „Umsiedlung“, wie die offizielle türkische Diktion lautet.[62] Max Erwin von Scheubner-Richter, der damalige deutsche Vizekonsul in Erzurum, berichtete dazu Ende Juli 1915 in einem Schreiben an den Botschafter Wangenheim:

„Von den Anhaengern letzterer [i. e. der ‚schrofferen Richtung‘] wird uebrigens unumwunden zugegeben, dass das Endziel ihres Vorgehens gegen die Armenier die gaenzliche Ausrottung derselben in der Tuerkei ist. Nach dem Kriege werden wir ‚keine Armenier mehr in der Türkei haben‘ ist der wörtliche Ausspruch einer maßgebenden Persoenlichkeit. Soweit sich dieses Ziel nicht durch die verschiedenen Massakers erreichen lässt, hofft man, dass Entbehrungen der langen Wanderung bis Mesopotamien und das ungewohnte Klima dort ein Uebriges tun werden. Diese Loesung der Armenierfrage scheint den Anhaengern der schroffen Richtung, zu der fast alle Militär- und Regierungsbeamte gehoeren, eine ideale zu sein. Das tuerkische Volk selbst ist mit dieser Loesung der Armenierfrage keineswegs einverstanden und empfindet schon jetzt schwer die infolge der Vertreibung der Armenier ueber das Land hier hereinbrechenden wirtschaftlichen Not.“

In einem Telegramm an Mehmed Reşid, den Gouverneur Diyarbakırs, räumte Talât Pascha am 12. Juli 1915 ein, dass es in letzter Zeit „Massaker“ an den aus Diyarbakır deportierten Armeniern und anderen Christen gegeben habe. In Mardin seien 700 Armenier und andere Christen nachts aus der Stadt gebracht und „wie Schafe geschlachtet“ worden. Insgesamt schätze man die Zahl der bei den „Massakern ermordeten“ auf circa 2.000 Personen. Es sei strikt verboten, andere Christen in die „disziplinarischen und politischen Maßnahmen“ gegen Armenier „einzubeziehen“. Derartige Vorfälle machten einen schlechten öffentlichen Eindruck, gefährdeten das Leben der Christen und seien sofort zu beenden.Am 29. August 1915 schrieb Talât Pascha in einem chiffrierten Telegramm:

„Die Armenierfrage wurde gelöst. Es gibt keine Veranlassung, Volk oder Regierung wegen der überflüssigen Grausamkeiten zu beschmutzen.“

– nach Taner Akçam:

Zwei Tage später erklärte er in der Deutschen Botschaft Konstantinopel, die Maßnahmen gegen die Armenier seien überhaupt eingestellt:

« La question arménienne n’existe plus. »

„Die armenische Frage existiert nicht mehr.“

– Talât Pascha

Die Deportationen wiesen überall dasselbe Grundmuster auf: Entwaffnung, Ausschaltung der wehrfähigen Männer, Liquidierung der lokalen Führung, Enteignung, Todesmärsche und Massaker. Maßnahmen zur Wiederansiedlung wurden nicht getroffen. So lehnte das Innenministerium ein Gesuch des Gouverneurs von Aleppo ab, provisorische Behausungen für die Deportierten zur Verfügung zu stellen. Alle Angebote anderer Staaten, den Deportierten während der Märsche oder am Zielort humanitäre Hilfe zu leisten, lehnte Konstantinopel strikt ab. Es existiert kein Beweis, dass den Deportierten am Zielort Land zugewiesen wurde oder ihnen andere Güter zur Verfügung gestellt wurden. Çerkez Hasan (Hasan, der Tscherkesse), ein osmanischer Offizier, der für die Wiederansiedlung der Armenier in der syrischen und mesopotamischen Wüste verantwortlich war, trat im Jahre 1915 zurück, als ihm klar wurde, dass das Ziel nicht die Wiederansiedlung, sondern die Vernichtung war. Die Zentralregierung ergriff harte Maßnahmen gegen Gouverneure und Landräte, die sich den Deportationsbefehlen widersetzten. Die Gouverneure von Ankara, Kastamonu und Yozgat wurden abgesetzt.  Der Gouverneur Ankaras, Mazhar Bey, berichtete später, der Grund seiner Absetzung sei seine Weigerung gewesen, den mündlich übergebenen Befehl des Innenministers auszuführen, die Armenier während der Deportation zu töten. Die Landräte von Lice, Midyat, Diyarbakır  und Beşiri sowie die Gouverneure von Basra und Müntefak wurden aus diesem Grunde ermordet oder hingerichtet Unter Moses Der Kalousdian kam es auf dem Mosesberg zum einzigen erfolgreichen armenischen Widerstand, gegen den wie schon vorher in Zeitun und kurz darauf in Urfa der deutsche Verbindungsoffizier Eberhard Graf Wolffskeel von Reichenberg die Artillerie-Angriffe befehligte.[91]

Militärische Erfordernisse für die Deportationen scheiden aus, da der Verdacht auf Zusammenarbeit mit dem Feind sich nicht auf Frauen und Kinder und frontferne Armenier erstrecken konnte, die zudem direkt in die Kriegszone deportiert wurden.[92] Die Deportationen betrafen ferner nahezu die gesamte armenische Zivilbevölkerung Anatoliens,[85][93] die sich im Allgemeinen ruhig verhielt.[94] Sie waren auch nicht die Folge eines Bürgerkrieges, da es keine zentral gesteuerte landesweite Rebellion der Armenier gab.[38]

Allen Beteiligten und Verantwortlichen muss klar gewesen sein, dass die „Delokalisierung“ (Osmanisch tehcîr oder teb'îd, تهجير oder تبعيد) unter den Bedingungen von 1915/16 einem Todesurteil sehr nahekommen musste.[4] In den schließlich erreichten Lagern im heutigen Syrien, namentlich im Konzentrationslager Deir ez-Zor, starben die Armenier mangels Versorgung durch Auszehrung und Seuchen.[38]

Heute

Dieser Völkermord wird international totgeschwiegen. Es fand keinerlei Aufarbeitung statt, die Türkei leugnet hartnäckig, dass dies ein Völkermord war.

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