Fatwa zur Strafe für Homosexualität im Islam7 min read

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Rechtsgutachter: „Islamweb“, eine Organisation des katarischen Religionsministeriums, die sich vor allem auf Rechtsgutachten [arab. Fatawa] und die Verbreitung des Islam [arab. Da’wa] spezialisiert hat. Sie zählt zu den größten Online-Zentren dieser Art mit sehr großer Reichweite.

(Institut für Islamfragen, dh, 30.06.2017)

„Es ist wahrscheinlich unwichtig für die Verhängung der Todesstrafe für Homosexualität, ob die Hinzurichtenden ledig oder verheiratet sind.

Die Uneinigkeit unter islamischen Gelehrten betrifft die Art und Weise der Hinrichtung der Homosexuellen. Falls der Machthaber die Homosexuellen durch Erschießen hinrichtet, gilt dies [islamisch] als akzeptabel, obwohl die Muslime im Allgemeinen der Meinung sind, die Hinrichtung der Homosexuellen sollte durch Steinigung vollzogen werden.

Der islamische Gelehrte Ibn Taimiya sagte: ‚Die Weggefährten [Muhammads] waren sich darin einig, dass beide Partner, die Homosexualität praktizieren, getötet werden müssen. Aber die Weggefährten waren sich nicht über die Hinrichtungsmethode einig. Einige von ihnen waren für die Steinigung. Andere meinten, die Homosexuellen sollten von einer hohen Mauer herunter gestoßen werden. Danach sollten sie von oben mit Steinen beworfen werden. Eine dritte Gruppe war dafür, Homosexuelle lebendig zu verbrennen. Deshalb waren die ersten Muslime und die islamischen Gelehrten der Meinung, dass Homosexuelle hingerichtet werden müssen. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie ledig oder verheiratet sind.‘“

Quelle: http://fatwa.islamweb.net/fatwa/index.php?page=showfatwa&Option=FatwaId&Id=267475&fromCat=2494

„Jeder, der sexuell abnorme Verhaltensweisen zeigt, wird mit der Strafe für Ehebruch belegt, wie es im Koran vorgeschrieben ist: ‚Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg‘ (Sure 17,32). Allah nannte die Tat von Lots Volk ebenfalls eine Schandtat: ‚Wollt ihr eine Schandtat begehen, wie sie keiner in der Welt vor euch je begangen hat?‘ (Sure 7,80) Die Schändlichkeit ist verboten: ‚Ihr sollt euch nicht den Schändlichkeiten nähern, seien sie offenkundig oder verborgen‘ (Sure 6,151).

Die [islamischen] Rechtsschulen sind sich bezüglich der Bestrafung der Homosexualität nicht einig. Einige unterscheiden [bei der Bestrafung] zwischen einem verheirateten und unverheirateten [Homosexuellen]. Andere schreiben vor, Homosexuelle von einem hoch gelegenen Ort hinunter zu stoßen, genauso wie Allah es mit dem Volk Lots getan hat. Andere Gelehrte schreiben vor, Homosexuelle zu verbrennen. Wir können von diesen Strafen diejenigen einsetzen, die zu unserer Zeit am besten passen.“

Quelle: www.qaradawi.net/site/topics/article.asp?cu_no=2&item_no=5812&version=1&template_id=211&parent_id=16

Frage:

  • Es ist keine Frage, dass die Leute von Lut eine der abscheulichsten Taten begingen, welche die Homosexualität ist. Wird die Reue von jemandem, welcher Homosexualität praktiziert, angenommen, auch wenn die Hadd-strafe dafür nicht ausgeführt wird?
  • Ist das Ausführen der Hadd-Strafe für Homosexualität eine Bedingung für die aufrichtige Reue? Jemand, der Homosexualität begeht, ist ein Faasiq. Löscht die Reue solch eine Bezeichnung aus?
  • Kann jemand, welcher solch eine große Sünde oder andere große Sünden begeht, einer von denen sein, die Allah fürchten?
  • Was kann eine Person, die solch eine Sünde begeht, tun, wenn das Land, in dem sie lebt, die Hadd-strafe dafür nicht ausführt?
  • Was kann eine Person tun, wenn sie seit ihrer Kindheit mit solch perversen Sünden beschäftigt war und jetzt ist sie 20 Jahre alt?
  • Was ist die geeignete Strafe für die Homosexualität, sowohl für den aktiven Part darin als auch den passiven Part dabei?
  • Stimmt es, dass die Strafe dafür nach Ermessen des jeweiligen Herrschers erwogen wird, weil es keine bestimmte Strafe vom Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) dazu gab?

Antwort:

Erstens: Alle Muslime sind sich darin einig, dass die Homosexualität eine der größten Sünden ist, die Allah verboten hat, zu tun, so wie Er (ta'aalaa) sagt:

{أَتَأْتُونَ الذُّكْرَانَ مِنَ الْعَالَمِينَ ﴿١٦٥﴾ وَتَذَرُونَ مَا خَلَقَ لَكُمْ رَبُّكُم مِّنْ أَزْوَاجِكُم ۚ بَلْ أَنتُمْ قَوْمٌ عَادُونَ}

„Lasst ihr euch etwa mit Männern unter den Weltenbewohnern ein und lasst, was euer Herr für euch an Gattinnen erschaffen hat, stehen? Aber nein! Ihr seid Leute, die Übertretungen begehen." (Surah Asch-Schu’ara 26:165-166)

Dies zeigt, dass es abscheulich ist, das Erlaubte für das Verbotene einzutauschen. Es wurde von Tirmidhi, Nasaa‘i und Ibn Hibban in ihren ‚Sahih-Werken‘ berichtet, dass der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{لا ينظر الله إلى رجل أتى ذكرًا أو امرأة في دبرها}

„Allah wird denjenigen Mann nicht anschauen, welcher den Geschlechtsakt mit einem Mann oder einer Frau über den Anus praktiziert.“ (Ibn Majah, Sunan, Buch der Heirat Nr. 1923, u.a.)

Zweitens: Die Tür zur Reue bleibt weit offen stehen für alle Sünder, inklusive der Kuffar, bis die Sonne im Westen aufgeht. Was die Bedingungen der Reue hinsichtlich Allahs Rechten angeht, so sind sie folgende:

  • Die Sünde aufgeben
  • Die Sünde aufrichtig bereuen
  • Die Sünde nicht mehr begehen

Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Ausführen der Hadd-strafe keine Bedingung der Reue ist. Dies ist so, weil Allah (ta'aalaa) sagt:

{قُلْ يَا عِبَادِيَ الَّذِينَ أَسْرَفُوا عَلَىٰ أَنفُسِهِمْ لَا تَقْنَطُوا مِن رَّحْمَةِ اللَّـهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ يَغْفِرُ الذُّنُوبَ جَمِيعًا ۚإِنَّهُ هُوَ الْغَفُورُ الرَّحِيمُ}

„Sag: O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit. Gewiss, Allah vergibt die Sünden alle. Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige.“ (Surah Az-Zummar 39:53)

Und Er sagt:

{إِنَّمَا التَّوْبَةُ عَلَى اللَّـهِ لِلَّذِينَ يَعْمَلُونَ السُّوءَ بِجَهَالَةٍ ثُمَّ يَتُوبُونَ مِن قَرِيبٍ فَأُولَـٰئِكَ يَتُوبُ اللَّـهُ عَلَيْهِمْ ۗ وَكَانَ اللَّـهُ عَلِيمًا حَكِيمًا}

„Die Annahme der Reue obliegt Allah nur für diejenigen, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten bereuen. Deren Reue nimmt Allah an. Und Allah ist Allwissend und Allweise.“ (Surah An-Nisaa‘ 4:17)

Drittens: Eine Person, die gesündigt hat, soll ihre Sünde verbergen (geheim halten) und sie niemals jemandem erzählen. Und sie muss sie bei Allah aufrichtig bereuen. Dies ist so, weil der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{اجتنبوا هذه القاذورات التي نهى الله عنها، فمن ألم بشيء من ذلك فليستتر بستر الله تعالى، وليتب إلى الله، فإنه من يبد لنا صفحته نقم عليه كتاب الله.}

„Oh Leute, die Zeit ist für euch gekommen, die schmutzigen Dinge zu vermeiden, die Allah verboten hat. Wer immer mit solchen schmutzigen Dingen geprüft wurde (sie begangen hat), sollte sie mit dem Schutzmantel Allahs bedecken. Wer uns jedoch seine Sünden zeigt, den werden wir gemäß dem Buch Allahs bestrafen.“(Malik, al-Muwatta, ‚Buch der Strafen‘, Nr. 1562)

Adh-Dhahaby sagte, dass die grundlegende Bedeutung dieses Hadith auch in den Sahihayn (Al-Bukhari u. Muslim) erwähnt wird. (...)

Und bei Allah ist der Erfolg. Und der Friede und Segen seien auf dem Propheten, seiner Familie und seinen Gefährten.

Das ständige Komitee für wissenschaftliche Forschung und Rechtsfragen

(`Abdullah ibn Qa`ud, `Abdullah ibn Ghudayyan, `Abdul-Razzaq `Afify, `Abdul-`Aziz ibn `Abdullah ibn Baz)

Fatwa Nr. 7803

Anmerkung: Die drei Bedingungen der Taubah beziehen sich auf das Recht Allahs. Es gibt noch eine vierte Bedingung für die Reue:

  • Wenn das Recht eines Menschen verletzt oder weggenommen wurde, muss dieses Recht zurückgegeben werden, weil Allah die Sünde erst dann vergibt, wenn der Geschädigte sein Recht zurück bekommen hat. (z.B. wenn er bestohlen wurde, muss ihm das Gestohlene ersetzt werden, usw.) siehe dazu:

http://alifta.com/Search/ResultDetails.aspx?lang=en&view=result&fatwaNum=&FatwaNumID=&ID=9618&searchScope=7&SearchScopeLevels1=&SearchScopeLevels2=&highLight=1&SearchType=exact&SearchMoesar=false&bookID=&LeftVal=0&RightVal=0&simple=&SearchCriteria=allwords&PagePath=&siteSection=1&searchkeyword=114101112101110116097110099101032099111110100105116105111110115#firstKeyWordFound

Folgende Ahadith zeigen ebenso an, wie wichtig es ist, die Sünde geheim zu halten und dass sie nur vergeben wird, wenn man sie bedeckt:

Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte: "Jedem Mitglied meiner Ummah wird vergeben, außer jenen, die ihre Sünden öffentlich machen. Ein Beispiel dafür ist das eines Mannes, der nachts eine Sünde begeht und am nächsten Morgen, nachdem Allah seine Sünde bedeckt hielt, sagt: 'Oh Soundso, ich habe letzte Nacht dieses und jenes getan.' Nachdem sein Herr die ganze Nacht seine Sünden bedeckt hielt und er am nächsten Morgen öffentlich macht, was Allah bedeckte." (Al-Bukhari, 5721; Muslim, 2990)

In einem anderen Hadith sagte der Prophet Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam): "Unterlasse diese schmutzigen Dinge (Sünden), die Allah verboten hat, und wenn einer von euch damit geprüft wird eine dieser zu begehen, dann lasst ihn sie verbergen, so wie Allah sie für ihn verborgen hielt." (Al-Haakim)

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