Katastrophen der Menschheit – Brand im Gefängnis Comayagua/Honduras

Katastrophen können jederzeit geschehen, an jedem Ort der Erde. Wenn sie geschehen, richten sie Leid und Trauer an. Diese Serie berichtet über Katastrophen, die die Welt erschütterten.

Gefängnis Gefängnis Comayagua, 14.02.2012

Dichter Rauch und Flammen schlagen aus den kleinen Fenstern des Gefängnisses heraus, begleitet von verzweifelten Schreien aus dem Inneren des brennenden Gebäudes. Vor dem Gebäude stehen die fassungslosen Angehörigen der Gefangenen und versuchen, in das Gebäude zu gelangen, werden allerdings von Wachen mit Waffengewalt davor zurückgehalten. Feuerwehrleute debattieren ebenso mit Wachen, die sich weigern, die Feuerwehrleute, die das Feuer löschen und die Gefangenen retten wollen, in das brennende Gefängnis zu gelangen. Letztendlich verbrannten 397 Menschen in ihren Zellen.

Wie konnte es soweit kommen?

Das ist die Frage. Was sich an diesem Tag an diesem Ort zutrug, weiß niemand genau. Fest steht lediglich, dass innerhalb des Gefängnisses ein Brand ausbrach. Wo, durch wen und wodurch ist gänzlich ungeklärt. Gerüchte sagen, dass ein Gefangener mit einem Feuerzeug seine Matratze entzündete, andere Gerüchte lauten, es war ein Kurzschluss und wieder andere berichten davon, dass Gefangene die Wachen bestochen hatten, damit diese frei kämen und dass die Wachen den Brand legten, um die Befreiungsaktion zu verschleiern. Man weiß es nicht.

Was man weiß, ist, dass sich der Brand sehr schnell im Gebäude ausbreitete. Man darf sich das Gefängnis nicht derartig wohlgeordnet wie hier in Deutschland vorstellen. Die Gefangenen sind sich weitgehend selber überlassen, Korruption und Mord an der Tagesordnung. Die Gefangenen werden einfach in ihren Zellen weggeschlossen, nur wer die Wachen schmiert, kann sich frei im Gebäude bewegen.

Die Gefangenen werden durch Rauch und Feuer in ihren Zellen überrascht. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Gebäude lediglich zwei (!) Wachen gibt - verständlich, 99 % der Gefangenen hatten Einschluss. Das Feuer frißt sich durch alle Stockwerke und Zellen - niemand kann dieser Brunst entkommen.

Die Feuerwehr vor verschlossenen Toren

Zwanzig Minuten nach Ausbruch des Brandes wurde die Feuerwehr alarmiert, die stolze 10 Minuten benötigte, um zum Gefängnis zu gelangen - und vor verschlossenen Toren steht. Denn die Eingangswachen weigern sich, die Feuerwehr ins brennende Gebäude zu lassen. Und so musste diese - ebenso wie die Angehörigen der verbrennenden Gefangenen - vor den Toren hilflos mit ansehen, wie vor ihren Augen Menschen in ihren Zellen verbrennen und flehentlich um Hilfe rufen.

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