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Maji-Maji-Aufstand in der Kolonie Deutsch Ostafrika 1905 – 1908

Das Deutsche Reich unter Reichskanzler Bismarck war bezüglich der Kolonien in Übersee die zu spät gekommene Nation. Sämtliche europäische Staaten der damaligen Zeit besaßen bereits Übersee-Kolonien, nur das  Deutsche Reich sperrte sich jegliche Koloniegedanken. Bismarcks Befürchtungen waren es, die sich jegliche staatliche Kolonialbestrebungen verboten. Bismarck befürchtete zu recht zwischenstaatliche und außenpolitische Probleme mit England, die führende Nation weltweit.

Doch Koloniebegeisterte gab es im Deutschen Reich und so gründeten sich Gesellschaften, die auf eigene Faust Gebiete in Afrika von den Eingeborenen erwerben und sodann zusammenhängende Gebiete als Kolonien fertigten, wie zum Beispiel die “Deutsche Ostafrika-Gesellschaft” unter ihrem Führer Carl Peters, der die Deutsche Kolonie Deutsch- Ost-Afrika im Jahre 1885 gründete. Bismarck war von diesen Vorhaben in Afrika gar nicht begeistert, doch stimmte er zu, die Koloniegebiete unter Schutz zu nehmen. Es gründete sich sodann die DOAL, eine Schiff-Fahrtlinie zum weltweiten Transport der kolonialen Produkte.

Erste Spannungen in DOA

Als Arbeitsbeitskräfte wurden Neger eingesetzt, die bis zum Jahre 1904 freiwillig für die Farmer tätig waren. Insgesamt waren die Neger den deutschen Kolonisten gegenüber freundlich aufgeschlossen, zumal sie erkannten, dass die Weißen ihr Land voranbrachten. Es wurden Schulen gebaut und Negerkinder unterrichtet, Strassen gefertigt, sogar eine erste Eisenbahnlinie wurde von den Weißen erbaut. Es gab in DOA über 120 verschiedene Neger-Stämme mit unterschiedlichen Sprachen und Sitten, so dass eine einheitliche Verständigung der Stämme untereinander nicht möglich war. Die Deutschen erschufen eine Kunstsprache: Swahili. Die Deutschen fertigten für diese Sprache eine Grammatik an und unterrichteten sie den Negerkindern als - neben Deutsch - alleingültige Sprache. Erstmals konnten verschiedene Stämme eine einheitliche Schrift und Sprache sprechen, sich sogar untereinander verständigen.

Doch diese Einheitssprache verwandelte sich ab 1905 zum Pferdefuß für die Deutschen.

Die Maji-Maji-Aufstand

Die deutsche Kolonialverwaltung führte neben der Hüttensteuer nunmehr die Kopfsteuer für die Neger ein. Jeder Neger musste eine Steuer zahlen, ansonsten musste er diese Steuerlast mit Zwangsarbeit bei deutschen Farmern abarbeiten. Die Neger sahen nicht, weshalb sie Steuern zahlen sollten. Die Kolonialverwaltung zog die Steuern nun zwangsweise ein.

Obwohl die Deutschen sehr viel Gutes für die Neger taten, schlug die allgemeine Stimmung der Negerstämme gegen die Deutschen in Hass um. Erstmal in der Geschichte DOA verbündeten sich die einzelnen Stämme miteinander - gegen die Deutschen. Ihnen war es bewusst, dass ein Kampf gegen die Deutschen, aufgrund ihrer waffentechnischen Überlegenheit, sinnlos war.

Die Ahnenkultur der Neger

Die Stämme glaubten daran, dass die toten Ahnen ihr Leben bestimmten. Der Wille der Ahnen offenbarte sich in Landschaftseigenheiten wie Hügel, in Gestalt von Tieren oder in Besessenheit von Lebenden. Die Ahnen können jemandem gut gesinnt sein und ihm führen, aber auch schaden. Der Wille der Ahnen wurden dem Medizinmann offenbart, der mit ihnen sprechen konnte und so ihren Willen den Lebenden offenbarte. Den Ahnen musste Opfer gebracht werden für gute Ernten und reichen Regen.

Der Zauberer  Kinjikitile war es nun, dem sich ein Geist offenbarte. Dieser Geist offenbarte Kinjikitle, dass durch besondere Zubereitung und Einnahme von Wasser der Kämpfer gegen die Waffen der Deutschen immun sei. (Maji ist Swahili für Wasser).

Es gab demnach gegen die Feuerwaffe der Deutschen in Schutzmittel - das Maji. Wenn ein Kämpfer dieses heilige Maji trank, war er immun gegen Kugeln der Deutschen. Dieses Wunder sprach sich rasend schnell in den einzelnen Stämmen umher. Hora, wandernde Prediger des Maji, zogen von Stamm zu Stamm und brachten das Wundermittel Maji mit. In den einzelnen Stämme verbreitete sich Hoffnung, mit dem Maji endlich die Weißen schlagen zu können, sie aus dem Land vertreiben zu können.

Blutige Niederwerfung des Maji-Maji-Aufstandes

Erste Anzeichen für einen Aufruhr zeigten sich, als Pflückerinnen Baumwoll-Pflanzen aus dem Boden rissen; dies war der Startschuss für den Aufstand. Ganze 20 Stämme erhoben sich gemeinsam gegen die Deutschen. Die Krieger glaubten, dass durch Maji die deutschen Kugeln ihnen nichts anhaben könnten, dass die unverwundbar seien. Was für ein tragischer Irrglaube. Bereits die ersten Anstürme gegen deutsche Stellungen endeten mit hunderten Toten auf Seiten der Krieger. Die Krieger sahen, dass sie vom Maji nicht geschützt waren. Und sie erkannten, dass sie den Deutschen weit zahlenmäßig überlegen waren. Die Deutschen hatten zwar ihre Feuerwaffen, die Stärke der Krieger waren ihre gute Ortskennntnis und ihre Stammeskrieger-Anzahl. So verstrickten sie die Deutschen in Einzelkämpfen.

Doch die Deutschen änderten ihre Taktik und vernichteten nun Lebensmittelvorräte und Dörfer der Maji-Krieger. Ganz Ostafrika brannte. Bis sich die Maji-Krieger 1908 ergeben mussten.

Auch die Kolonialregierung sah nun ein, dass sie ihre Kolonialpolitik zugunsten der Neger ändern musste. Die Kopfsteuer wurde aufgehoben. Die Zerstörungspolitik wurde durch eine Nachhaltigkeitspolitik ersetzt. Fortan wurden die Ressourcen des Landes nicht mehr geplündert und zerstört, sondern eine Politik der Nachhaltigkeit betrieben. Plantagen wurden angepflanzt, Wälder nicht mehr abgeholzt sondern nachhaltig betrieben. Den Stämmen wurde es wieder erlaubt, zu jagen und eigene Pflanzfelder zu betreiben. Die Zwangsarbeit wurde gemindert und die medizinische Versorgung der Neger verbessert.

Zwar wurde der Maji-Aufstand blutig niedergeschlagen, doch Kolonialherren und Untertanen lernten, einander besser zu verstehen und einander zu zu hören.

DOA wurde noch bis 1918 betrieben, dann musste die deutsche Kolonie an die Siegermächte abgegeben werden. Sämtliche Errungenschaften der Deutschen gingen verloren und noch heute erinnern sich die Tansianer an die “gute, alte deutsche Zeit”.

https://www.deutsche-schutzgebiete.de/ostafrika.htm

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