Schwarze Soldaten im Ersten Weltkrieg – die deutschen Askari

Bislang vertrat die einschlägige europäische Literatur die Auffassung, die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918) fanden ausschließlich unter europäischen Großmächten, mit rein europäisch stämmigen Soldaten, in Frankreich bzw. in Belgien, statt. Diese Auffassung hielt sich sehr viele Jahre, fand Einzug in den Geschichtsbüchern deutscher Schulen. Doch bei genauerer Betrachtung und sorgfältiger Überprüfung aller zur Verfügung stehenden Quellen muss diese Auffassung nunmehr revidiert werden.

Denn der Erste Weltkrieg fand auch in den deutschen Überseegebieten und Kolonien in Afrika statt. Und nur nach sehr sorgfältiger Recherchearbeit fanden Forscher heraus, dass auch afrikanische Soldaten auf europäischem Boden für die Großmächte Frankreich und Großbritannien ihr Leben ließen.

ERSTE WELTKRIEG UND DIE DEUTSCHEN KOLONIEN

Das Deutsche Reich unterhielt in Afrika zum Kriegsausbruch 1914 vier Kolonien bzw. Schutzgebiete: 1. Togo-Land; 2. Kamerun, 3. Deutsch-Ostafrika und 4. Deutsch-Südwestafrika. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs hoffte die deutsche Regierung darauf, die Entente hielte sich an den Nichtangriffspakt für Kolonien im sog. “KONGO-Abkommen” von 1885. Doch schon bald musste diese einsehen, dass dies nicht zu traf. Die afrikanischen Kolonien Frankreichs und Großbritanniens griffen die vier deutschen Kolonien an.  Mit knapp an die 5.000 Soldaten waren die deutschen Schutztruppen in den Kolonien den Angreifers zahlenmäßig weit unterlegen, so dass drei Kolonien nach kurzen Gefechten recht schnell an die Sieger bzw. an den Völkerbund übergingen. Nur Deutsch-Südwestafrika konnte sich noch recht lange erwehren.

Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches 1918 und dem Abschluss des Versailler Vertrages wurden alle deutschen Überseegebiete an Großbritannien und Frankreich übergeben, darunter auch alle afrikanischen deutschen Kolonien.  Südafrikanische Truppen vertrieben in Deutsch-Südwestafrika alle deutschen Siedler, welche jedoch später dorthin zurückkehren durften und mit einer südafrikanischen Staatsangehörigkeit versehen wurden.

Afrikas Soldaten im Ersten Weltkrieg

Kaum beachtet wurden bislang Afrikas Soldaten im Ersten Weltkrieg. In der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika starben alleine ca. eine Million Menschen im Ersten Weltkrieg. Und ca. zwei Millionen Afrikaner wurden von den Europäern aus den Kolonien direkt in den Kriegshandlungen beteiligt und verstarben. Nach dem Ausbruch des Krieges in den afrikanischen Kolonien meldeten sich sehr viele Einheimische freiwillig als Soldaten, in der Hoffnung auf Ansehen und einer angemessenen Bezahlung. Viele arbeiteten als Lastenträger und auch als Helfer.

Als die Verluste auf den französischen und belgischen Schlachtfeldern jedoch stiegen, gingen die Entente-Mächte 1915 dazu über, aus ihren Kolonien zwangsweise Soldaten einzuziehen und auf europäischem  Boden kämpfen zu lassen. Frankreich zog ca. 450.000 Afrikaner ein. Auch heute noch hört von der Mär der “treuen Astaris” (Soldaten). Dass die Soldaten afrikanische Zwangssoldaten waren, ist jedoch kaum bekannt.

Die Folge der Zwangsrekrutierung von afrikanischen Männern war, dass ihre Arbeitskraft für die Feldarbeiten gänzlich verloren gingen. Die Felder konnten nicht bestellt werden, die Ernte fehlte. Die Gesamtzahl der dadurch verhungerten Afrikaner ist nicht genau bekannt. Schätzungen gehen von ca. einer Million Hungertote aus. In der nachfolgenden Welle der “Spanischen Grippe”, die die geschwächten Menschen traf, schätzt man nochmals ca. 50.000 - 80.000 Tote. Nach 1918 dauerte es Jahrzehnte, bis sich die betroffenen Regionen von den Folgen erholten. Die deutschen Kolonien wurden verteilt, bestehende Kolonialgrenzen verschoben. Der Versailler Vertrag schrieb zwar das Selbstbestimmungsrecht aller Völker vor - für Afrika galt dieses nicht. Denn unter den neuen Kolonialherren bestand das Leid der Afrikaner fort. In den Jahren der belgischen Herrschaft in Belgisch-Kongo starben ca. zehn Millionen Afrikaner.

Was bedeutete der Erste Weltkrieg für Afrika? Vorwiegend eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse in den deutschen Kolonien.  Tausende Tote als Folge von Zwangsrekrutierung und Ernteausfällen infolge des Zwangsdienstes der Männer.  Ganze Dorfgemeinschaften verhungerten an den Folgen der Ernteausfällen. Sehr schlimm traf es den Rückkehrern aus Europa, die in ihre Dörfer kamen, sofern diese Dörfer noch existent waren, und als Verräter von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wurden. Dies kam dem Tod gleich, da eine Existenz und das eigene Überleben sehr eng mit der Gesamtleistung und dem Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft hängt.

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